Dornröschen on the road again

Nach längerer Standzeit wurde Dornröschen endlich wieder so genutzt, wie es der Hersteller einst vorsah, nämlich zum Fahren.

150615_IMAG0700Philip Domizlaff führte am letzten Wochenende, im Rahmen seiner Studienarbeit, Fahrversuche durch. Unterstützt wurde er dabei von Julian Sandiano und Alexander Schwarzkopf(also mir 🙂 ). Die richtige Strecke zu finden erwies sich zunächst als schwieriger als gedacht, da diese glatt, steigungsarm und natürlich wenig befahren sein sollte.

150615_IMAG0702Doch es wurde eine abgelegene Straße gefunden und auch das Wetter war auf unserer Seite. Philip wurde zu diesem Zweck extra mit Anemometer, Stoppuhr und GPS-Gerät ausgestattet.

150615_HöhenprofilMit Überführungskennzeichen und Sicherheitsausrüstung durfte Dornröschen dann auf die Straße. Auf der Strecke wurden dann verschiedene Ausrollversuche durchgeführt, um die Fahrwiderstände zu ermitteln. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Auslegung des Antriebs hilfreich sein. Insgesamt wurden 12 Fahrten in beide Richtungen vorgenommen, wobei Dornröschen etwas ins Schwitzen kam und der Kühler überkochte. 150615_IMAG0704Der( manuell zu betätigende!) Schalter des Lüfters hatte den Dienst quittiert. Doch mit etwas Bastelei und Mineralwasser konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Verwertbare Werte wurden ermittelt und wir kamen sicher Zuhause an.

 

Übung mit einem Hummer

Für diese Übung haben wir ein kleines Modell eines Hummers verwendet und dazu das Messgerät 1-mal verschoben.

Als Ergebnis erhielten wir eine anständige Punktewolke und ein gutes Netz für die Rekonstruktion

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Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Messen der Fahrzeugfront von Dornröschen mit dem Faro-Arm und der Laser-Line-Probe möglich ist. Fakt ist jedoch, je weniger Gerätepositionen wir benötigen, desto besser können wir die Punktewolke erzeugen. Der Grund liegt bei den Positionstoleranzen.

Für die Messung der Fahrzeugfront von Dornröschen haben wir folgende Fragen aufgestellt, um die dortige Vorgehensweise festzuhalten:

1. Wie viele Gerätepositionen sind für den Scan nötig?
2 Positionen

2. Wo werden die Gerätepositionen festgelegt?
An den Kanten der Fahrzeugfront, wo sich die Stoßstange und die Kotflügeln befinden.

3. An welcher Stelle werden die 3 Punktmerkmale platziert?
Entweder im Motorraum oder mittig vor der Stoßstange

4. Welche Bauteile müssen für den Scan demontiert werden?
So gut wie möglich alle Teile, die den Weg zu den vorderen Längsträgern versperren (Batterie, Kabeln, Sicherungen, etc.)

5. Reicht ein Scan von obiger Position oder muss die Messung auch von der unteren Position durchgeführt werden?
Wenn die geforderten Teile demontiert sind, sollte die Messung von obiger Position ausreichen

6. Ergibt sich mit dieser Messung eine genauere Methode die XZ-Symmetrieebene zu ermitteln?
Ja, wir können zusätzlich eine taktile Messung durchführen, in der wir 4-8 Punkte an der Rahmenstruktur sowie Spritzwand messen, diese in CATIA importieren und dort die Symmetrie der gemessenen Punkte miteinander vergleichen.

 

Unser Mann beim TÜV

Mein Name ist Andreas Gronow, ich bin 34 Jahre, arbeite als amtlich anerkannter Sachverständiger für den TÜV-NORD und werde das Dornröschen-Team zukünftig unterstützen.

150601_gronowMeine Begeisterung für Fahrzeuge und Fahrzeugtechnik begann im Alter von 14 Jahren mit dem Umbau von Mofas. Im Jahr 2000 beendete ich erfolgreich eine Lehre als KFZ-Mechaniker und arbeitete, mit kurzeitiger Unterbrechung durch den Wehrdienst, bis 2006.

Nach einer 2 jährigen Fachoberschule studierte ich an der Ostfalia im Diplomstudiengang Fahrzeugbau und anschließend im Masterstudiengang Fahrzeugsystemtechnologie. Ich war 2 Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Benda und habe in dieser Zeit die Labore für Fahrzeug- und Fahrwerktechnik betreut, bevor ich 2013 zum TÜV NORD Mobilität wechselte.

Der Umbau eines Fahrzeugs, dass mit einem konventionellen Verbrennungsmotor angetrieben ist, in ein Elektrofahrzeug zu verwandeln, erfordert seitens der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung die Einhaltung spezieller Vorgaben und Anforderungen. Ich werde das Dornröschen-Projekt in Fragen des Zulassungsrechts, sowie den Bau- und Betriebsvorschriften beraten und letztendlich das Gutachten für eine Zulassung zum Straßenverkehr anfertigen. Für Rückfragen stehe ich zur Verfügung und freue mich auf eine spannende Zeit.

wieder mal Scannen

Wie bereits im unseren vorherigen Bericht zu lesen ist, hat sich unsere Arbeitsgruppe 012 nach der Problematik mit den nicht auszureichenden Scandaten der Firma vorgenommen die optische Messung mittels Faro-Arm selbst durchzuführen.

Folgend sind kurze Informationen zum Messgerät und der Software enthalten:

Der FaroArm ist ein Messgerät der sowohl taktil als auch optisch messen kann. Bei der optischen Messung wird zusätzlich zum FaroArm eine Faro Laser Line Probe befestigt, mit der eine berührungslose Messung von Gegenständen ermöglicht wird. Für die optische Messung wird die Software Cam2Measures verwendet. Mit dieser Software können wir eine Punktewolke erstellen, die in einer Datei exportiert und in CATIA geöffnet wird. In CATIA können wir dementsprechend die Schäden ermitteln. In der folgenden Abbildung ist das Messgerät mit der Laser-Line Probe ersichtlich.

150528_A1Da unsere Gruppe noch keine Kenntnisse mit dem Umgang des Geräts und der dazugehörigen Software hatte, mussten wir einige Übungen vornehmen, bevor wir mit der richtigen Messung beginnen.

Zu den Übungen zählten zum einen die Scan-Ausführung und zum anderen die Positionsverschiebung des Geräts. Für den Scan haben wir absichtlich einen Gegenstand mit komplizierte Form bzw. Struktur gewählt, da Dornröschen mit den Längsträger ebenfalls keine leichten Formen vorweist.

Als Ergebnis erhielten wir eine zufriedenstellende Punktewolke.

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Im nächsten Übungsschritt mussten wir die Positionen des Messgeräts verschieben. Der Grund ist, dass der Arm des Geräts eine zu kurze Länge aufweist, um nur von einer Position die komplette Fahrzeugfront von Dornröschen zu messen.

Dazu mussten wir wie folgt vorgehen:

  1. Taktile Messung, in der drei Punktmerkmale auf der ersten Geräteposition erzeugt werden.
  2. Punktewolke mittels dem Adapter „Laser-Line-Probe“ auf der ersten Geräteposition schaffen.
  3. Messgerät auf eine angemessene Position verschieben
  4. Die erstellten Punktmerkmale aus (1) mit Hilfe der Software Cam2Measure wiederfinden. Bei der Wiederfindung muss auf die Genauigkeit geachtet werden. Um doppelte Schichten bei der Punktewolke oder unerwünschte Dellen im Netz zu vermeiden, sollten die Toleranzen 0,05 mm nicht überschreiten.
  1. Punktewolke mit der neuen Geräteposition weiterhin erzeugen.

Diese Übung werden wir in Kürze durchführen.