Bremse hinten

(von Timo)

An der Hinterachse wurden die massiven Bremsscheiben durch innenbelüftete ersetzt, um bei erforderlicher höherer Bremsleistung die thermische Belastung geringer zu halten.

Passend zu den neuen Bremsscheiben bekommt die Hinterachse neue Bremssättel und -beläge, sowie einen Bremsdruckminderer, um die Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse anzupassen.

Mit der so montierten Bremsanlage erahnt der Beobachter schon, dass Dornröschen potent motorisiert sein muss.

Bremssattel

(von Timo)

Auch die neuen Bremssättel für die Vorderachse sind eingetroffen. Die Wahl fiel auf Sättel eines Mercedes W126. Es handelt sich um Festsättel mit je 2 Bremskolben. Diese fügen sich perfekt in den engen, zur Verfügung stehenden Bauraum, welcher hier den limitierenden Faktor und das schwerwiegendste Auswahlkriterium darstellte.

Bremssattel passt nicht!

Bei der Montage begegnete uns jedoch ein anderes Problem: Bei montiertem Bremssattel stimmt die Position der Bremsscheibe in Y-Richtung des Fahrzeug-Koordinatensystems nicht. Es steht also entweder die Bremsscheibe zu weit aus dem Radkasten heraus, oder der Bremssattel sitzt zu weit drinnen. Dieser Umstand warf uns zurück. Nach umfassender Recherche stellten wir fest, dass wir offenbar die falschen Radnaben verbaut haben: Opel verbaute je nach Bremsscheibe zwei verschieden starke Radnaben. Der 2.5S-Motor hatte dünnere Radnaben als die größeren Motorisierungen. Nun benötigen wir also die Radnaben einer größeren Motorisierung, da eine dickere Radnabe die Bremsscheibe weiter ins Radhaus verschiebt und so hoffentlich in die richtige Position im Verhältnis zum Bremssattel bringt.

Bremsscheiben

(von Timo)

Die neuen Bremsscheiben für die Vorderachse sind mittlerweile vor Ort. Wie im Bild zu sehen, war eine Anpassung nötig: der Innendurchmesser wurde erhöht und die Löcher für die Radbolzen angepasst.

Die innenbelüfteten Scheiben, die eigentlich für einen Senator B 24V gebaut sind, haben einen Außendurchmesser von 296mm und eine Dicke von 28mm. So wird die Bremsleistung den neuen Anforderungen mehr als gerecht.

Original Bremsscheibe rechts, 296mm-Bremsscheibe links

Neues Miglied

(von Timo)

Mein Name ist Timo Schröder, ich bin 30 Jahre alt und wohne in Hannover. An der Ostfalia studiere ich Fahrzeugtechnik (Studienrichtung: Aufbauentwicklung) mit dem Ziel, 2022 meinen Bachelor zu machen. Neben dem Studium arbeite ich beim TÜV Nord. Meine private „Flotte“ stammt – bis auf das Zweirad – aus dem Hause Opel. Dass ich hier möglichst viele Handgriffe selbst mache, ist Ehrensache. Ab und an bin ich auch auf Auto-Treffen zu finden.

Ich kümmere mich um die Bremsanlage von Dornröschen, was ich als technisches Wahlpflichtfach gewählt habe. Meine Tätigkeit geht von der Konzepterstellung einer Bremsanlage über die Beschaffung der Teile bis hin zur Montage, Inbetriebnahme und Testlauf. Ziel ist es, die Bremsanlage so auszulegen, dass sie der neuen Leistung und den neuen Gewichtsverhältnissen Dornröschens gerecht wird.

Kotflügel

(von Verena und Tom)

Nun haben wir uns auch die Kotflügel genauer angeschaut.

Kotflügel links 

Der linke Kotflügel weist im Vergleich zu den anderen Bauteilen den schlechtesten Zustand auf. An der Innenseite ist die Farbe schon großflächig abgeplatzt und es ist deutlich zu sehen, dass die Korrosion weit fortgeschritten ist. Allein durch die zahlreichen Biegekanten und Falze wird das Entrosten eine zeitaufwendige Aufgabe.  

Dazu kommen diverse Beulen und scharfkantige Einkerbungen auf der Außenseite.  Außerdem hat sich auch hier der Rost großflächig verteilt. Der größte Arbeitsaufwand befindet sich an der Front des Kotflügels. Hier ist die Einkerbung als erstes zu nennen. Nicht nur die Geometrie, sondern auch ihre Positionierung auf der Sicke lassen die Frage aufkommen, ob der Kotflügel noch restauriert werden oder durch ein Bauteil im besseren Zustand ersetzt werden sollte.  

Wie bei der Motorhaube müsste auch hier erst entrostet werden und anschließend ausgebeult werden. Der Vorteil des Kotflügels ist die beidseitige Zugänglichkeit. Dadurch lassen sich die Dellen sowohl ziehen als auch drücken.  

Abschließend muss überlegt werden, ob die fehlenden Löcher der Raudlauf-Zierleiste gebohrt werden oder auf die Leiste verzichtet wird. 

Der abgeplatzte Lack und die sichtbaren Roststellen besonders am linken Kotflügel
Die oben erwähnte Einkerbung ist ebenso zu sehen wie weitere Beulen in diesem Bereich

Kotflügel rechts 

Der rechte Kotflügel ist im Gegensatz zur linken Seite in einem guten Zustand. Der Lack platzt nur stellenweise an der Innenseite ab. Das lässt vermuten, dass sich unterm Lack keine großen Rostfelder gebildet haben. An den Kanten hingegen ist das Blech sichtbar korrodiert. Aber das Entrosten stellt hier kein Problem dar. Der Antenneneinsatz muss näher betrachtet und bewertet werden. Eventuell muss hier Ersatz beschaffen werden, falls eine Instandsetzung nicht in Frage kommt. 

Die Löcher der Zierleiste sind an diesem Bauteil bereits vorhanden. Sollte jedoch entschiedenen werden auf die Leiste zu verzichten müssen die Löcher gespachtelt oder geschweißt werden. 

Große Beulen sind nicht zu erkennen. Falls wieder erwarten noch Dellen gefunden werden, kann man sie ziehen oder drücken. 

Die Innenseite der Kotflügel und der Antenneneinsatz rechts

Bildunterschrift: Die Innenseite des Kotflügels und der Antenneneinsatz. 

Zustand der Motorhaube

(von Verena und Tom)

Als nächstes war die Untersuchung der Motorhaube dran.

Die Baugruppe Motorhaube umfasst die Haube selbst sowie eine Zierleiste und das Markenemblem.  

Während das Emblem in einem guten Zustand ist, sollte die Zierleiste ersetzt werden.  

Die Motorhaube ist vor allem an der Vorderkante stark verbeult und rostig.  

Die Innenseite ist an einigen Stellen sichtbar korrodiert, an anderen Stellen platzt der Lack bereits ab. Hier befinden sich mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Rostfelder. Da an der Innenseite weitere Bleche angefügt sind kann das Gesamtausmaß nur schwer abgeschätzt werden.  

Erschweren kommt hinzu, dass die Motorhaube von zwei verschiedenen Lackschichten bedeckt ist, welche entfernt werden müssen. Sie lassen das Ausmaß der Korrosion an der Außenseite nur schwer erkennen. Einige Lackabplatzer lassen jedoch vermuten, dass auch hier großflächige Rostfelder vorhanden sind.  

Um die Motorhaube zu restaurieren, müssen wie bereits erwähnt beide Lackschichten entfernt werden. Vor allem an der Innenseite gestaltet sich dies durch die angefügten Bleche schwierig.  

Der erwähnte Schaden an der Front kann nicht von der Innenseite ausgebeult werden. Die zusätzlichen Bleche verhindern den Zugang von der Innenseite. Daher empfiehlt es sich, die Beulen zu ziehen.  

Motorhaube von innen

Eventuell wird es einfacher sein, die Motorhaube durch eine in besserem Zustand zu ersetzen. Falls jemand von Euch noch eine Motorhaube für einen Opel Rekord-C oder Commodore-A zu verkaufen hat, oder jemanden kennt, der …

Bitte melden.

Zustand der Türen

(von Verena und Tom)

Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, möchten wir euch nun als Nächstes die Zustände der Fahrzeugteile etwas näher erläutern. Dabei ist zu beachten, dass es ausschließlich um die Bleche geht. Funktionen, wie beispielsweise bei den Scheibenhebern oder der Erhalt von Kunststoffbauteilen wird hier nicht behandelt. 

Somit lassen sich die Beschädigungen vor allem zu Beulen und Korrosion zusammenfassen. 

Die Türen 

Bei den Türen stellen vor allem zahlreiche Beulen und Dellen ein Problem dar. Aufgrund des Aufbaus der Türen, ist ein Großteil der Außenfläche nicht von hinten zugänglich. Daher müssen die meisten Beulen, sofern überhaupt möglich, von außen herausgezogen werden. Außerdem sitzen hier einige sehr nahe an der unteren Kante im Blech. Die besondere Herausforderung hierbei besteht darin, die Deformationen im Blech zu entfernen, ohne dabei die besagte Kante zu verformen. 

Die Fahrertür des Opels ist besonders stark von Beulen und Dellen betroffen

Mit dem Rost sieht es bei den Türen nicht ganz so schlimm wie bei manch anderem Fahrzeugteil aus. Im unteren Drittel der Türen sind vor allem auf der Innenseite mehrere Rostfelder zu sehen. Diese scheinen nicht sehr tief zu sein, weshalb mit einfachen Schleifarbeiten und Rostumwandler, die meiste Arbeit getan sein sollte. Jedoch kann sich vor allem durch die vielen Falze und Durchbrüche im Blech das Entfernen des Rostes schwierig gestalten. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass das Blech nicht zu sehr abgetragen wird. Aber dazu mehr im Beitrag zum Vorgehen und dem späteren Bericht über die Erfahrungen aus den Arbeiten am Fahrzeug.  

Die hintere Tür auf der Beifahrerseite zeigt die für die Türen typische Rostbildung im unteren Bereich

Update Gruppe 027

(von Torge)

Auch von meiner Seite gibt es Neuigkeiten. Ich habe meine Bachelorthesis und somit auch das Thema der Peripherieauslegung abgeschlossen. Über eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Komponenten habe ich die fehlenden Peripheriekomponenten ermittelt und entsprechend ausgelegt. Aus der Bestandsaufnahme und der Auslegung der Komponenten wurde ein schematisches Gesamtmodell mit der Verkabelung der Komponenten erstellt, welches ihr im ersten Bild sehen könnt. Darin wurde auch schon das grobe Package der Komponenten berücksichtigt und bietet somit einen Überblick über den gesamten Elektroantrieb.

Gesamtmodell

Das Package habe ich in zwei Teilbereiche aufgeteilt. Zum einen wurde ein Packagekonzept für den Motorraum des Fahrzeugs erstellt und zum anderen habe ich das Package der Traktionsbatterie untersucht, da dieses einen maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl der Traktionsbatterie hat. Für den Motorraum wurde ein CAD-Modell erstellt und die Komponenten wurden digital platziert.

Motorraumpackage

Für die Traktionsbatterie wurden unterschiedliche Ansätze untersucht und das Ergebnis erzielt, dass eine Traktionsbatterie aus 125 Winston Einzelzellen, aufgeteilt auf drei Module, welche am Fahrzeugunterboden und unter den vorderen Sitzen platziert werden, die beste Variante darstellt.

Abschließend bedanke ich mich bei Prof. Benda, Prof. Gänsicke und Alexander Schwarzkopf für die Möglichkeit und die Betreuung und wünsche ich allen nachfolgenden Gruppen viel Spaß und Erfolg. Ich freue mich das Projekt weiter zu verfolgen.

Es geht weiter

(von Verena und Tom)

Dornröschen ist aus seinem Pandemie-Schlaf erwacht! Nach langer Corona-Pause meldet sich Gruppe 029 wieder zurück. Jedoch nicht ganze ohne Verluste… Wir müssen euch leider mitteilen, dass Fabian Reiter das Projekt in dieser Zeit verlassen hat.

Dennoch werden die Arbeiten am Fahrzeug wieder aufgenommen, Türen, Kotflügel und Motorhaube warten darauf, in Stand gesetzt zu werden. Dabei liegt der Fokus vorerst auf der Bewertung des Zustandes der einzelnen Fahrzeugkomponenten, gefolgt von der Planung des Weiteren Vorgehens. Während die meisten Teile nur vom Rost und einigen kleineren Deformationen befreit werden müssen, so sieht es mit der Motorhaube und einem der Kotflügel nicht so gut aus. Hierbei muss beurteilt werden, ob eine Reparatur gegenüber dem Preis besser erhaltener Teile überhaupt Sinn macht.

In den kommenden Wochen werdet ihr also wieder öfters von uns hören und lesen. Im nächsten Beitrag stellen wir euch die Beurteilungsergebnisse der einzelnen Fahrzeugteile vor und wie wir im Einzelnen mit ihnen verfahren werden.

Diese Motorhaube des Rekord C wird ihren Weg ins Fahrzeug wohl nicht mehr finden.
Und ob die beiden Kotflügel wieder zusammen ans Fahrzeug kommen bleibt auch noch fraglich.

…und noch eine Vorstellung

Mein Name ist Torge Kühl, ich bin 28 Jahre alt und habe vor meinem Fahrzeugtechnik-Studium eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker absolviert.

Im Rahmen meiner Bachelorthesis werde ich an dem Dornröschen Projekt die Auslegung der Peripherie des Elektroantriebs bearbeiten. Dafür gilt es nun eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Komponenten zu machen und eine Auswahl für die noch fehlenden Komponenten zu treffen, um damit ein elektrisches Konzept und ein Packagekonzept für die Peripherie des Elektroantriebs zu erstellen.  Ich habe mich für das Dornröschen-Projekt entschieden, da ich das Konzept eines Oldtimers mit Elektroantrieb sehr spannend finde. Privat restauriere ich gerade unseren VW T3 und fahre im Alltag einen Mercedes W124, an dem es auch immer etwas zu schrauben gibt. Als zukünftiges Projekt ist außerdem noch ein Elektroumbau einer Simson Schwalbe geplant.