Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt „diBa“ verfolgt das Ziel, die Qualifizierung von schwerbeeinträchtigten Menschen für den allgemeinen Arbeitsmarkt mithilfe digitaler Bildungsangebote zu erforschen. Neben der Perspektive der Zielgruppe selbst und den Einrichtungen der Behindertenhilfe, wird auch die Perspektive der Arbeitgebenden des allgemeinen Arbeitsmarktes in dem Forschungsprojekt berücksichtigt.

Um den digitalen Qualifizierungsprozess an die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppe auszurichten, werden im Rahmen eines Monitorings die Begleitung schwerbeeinträchtigter Menschen, die Entwicklung und Anpassung der Bildungsstruktur sowie die Generierung der Zugangsmöglichkeiten bei der Implementierung digitaler Bildungsangebote in Einrichtungen der Behindertenhilfe begleitet und betrachtet. Dabei wird das Feld digitaler Bildungsangebote und -prozesse systematisch erfasst, Implikationen zur Umsetzung von digitalen Bildungsprozessen beschrieben sowie über eine modellhafte Umsetzungserprobung Impulse zur weiteren Entwicklung gegeben. Es wird ein Umsetzungs- und Implementierungskonzept erarbeitet.

Mithilfe des Vorhabens soll es Menschen mit schwerer Beeinträchtigung ermöglicht werden, grundlegende berufliche Kompetenzen zu erlernen, die wichtig sind, um in der Arbeits- und Berufswelt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehen zu können. Vor diesem Hintergrund werden digitale Lern- und Übungseinheiten zu den Themenfeldern „Berufliche Kompetenzen“ und „Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“ produziert. Dabei werden Menschen mit schwerer Beeinträchtigung partizipativ in den Implementierungs- und Entwicklungsprozess eingebunden. Die digitalen Bildungsangebote werden auf dem diBa-YouTube-Kanal zur Verfügung gestellt. Der Inklusionsgedanke des Forschungsprojekts manifestiert sich durch die Unterstützung folgender Artikel der UN-Behindertenrechtskonvention: Das Projekt unterstützt neben der Umsetzung des Artikels 9 „Zugänglichkeit“, auch die Umsetzung des Artikel 24 „Bildung“, indem es Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, an (digitalen) Bildungsprozessen teilzuhaben. Weiterhin dient das Vorhaben der Umsetzung des Artikels 27 „Arbeit und Beschäftigung“, indem es mithilfe der digitalen Bildungsangebote den Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen ermöglicht und damit den beruflichen (Wieder-)Einstieg unterstützt und gezielt Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt fördert.

Kooperationspartner ist die Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Norddeutschland eG (gdw nord). Das Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des „Ausgleichsfonds für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben“ (Ausgleichsabgabe) finanziert. Die Projektlaufzeit ist von September 2019 bis August 2022.

Rehadat-Forschung


Digitale Bildungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigung

Arbeit und Bildung sind Schlüsselkomponenten für die Teilhabe an allen Bereichen unserer Gesellschaft. Deshalb ist für die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit schwerer Beeinträchtigung der Zugang zum Arbeitsmarkt und die Teilhabe am Arbeitsleben von herausragender Bedeutung. Digitale Qualifizierungsangebote können den Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen und damit den beruflichen (Wieder-)Einstieg unterstützen und gezielt Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt fördern. Digitale Bildungsangebote bieten damit ein erhebliches Potenzial, um Menschen mit schwerer Beeinträchtigung in ihren Bestrebungen nach einer selbstbestimmten Lebensführung zu unterstützen.

Das Vorhaben orientiert sich an der Lebensrealität dieses Personenkreises, das als wesentliches Merkmal den innovativen Charakter des Vorhabens verdeutlicht.

Die in diesem Vorhaben entwickelten Bildungsangebote werden an die besonderen visuellen und auditiven Bedürfnisse beeinträchtigter Menschen angepasst und multimedial mit Filmen, Animationen, Grafiken sowie interaktiven Elementen unterstützt, um den individuellen Bedarfen der Menschen gerecht zu werden und ihnen Lernangebote zur selbstbestimmten Informationsbeschaffung und autonomen Weiterbildung mit PCs, Tablets oder Smartphones  zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es weiterhin, eine barrierefreie Gestaltung und zielgruppenorientierte Narration zu produzieren. Neue Konzepte einer ‚einfachen‘ Visualisierung für einen passgenauen Transfer komplexer Inhalte mit Texten in einfacher Sprache werden entwickelt und durch die Zielgruppe evaluiert. Die digitalen Angebote können somit dazu beitragen, individuelle Bildungspotenziale zu erschließen und vorhandene Qualifikationen auszubauen. Das Forschungsprojekt „diBa“ unterstützt Menschen mit schwerer Beeinträchtigung dabei, sich mithilfe dieser Medien für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

Das Angebot des Forschungsprojektes richtet sich ebenso an Menschen mit Funktionseinschränkung ab einem Grad der Behinderung von 20.